combustioneUnter „Verbrennung“ versteht man in der klassischen Astrologie die Annäherung eines beliebigen Planeten an die Sonne. Sobald der entsprechende Planet sich in einem Abstand von 16° vor der Sonne befindet, wird er als „verbrannt“ gedeutet. (Siehe Bild rechts: Merkur ist verbrannt). Die Verbrennung beschreibt den Planeten als kraft- und einflusslos, er verliert seine Stärke an die Sonne, er schmilzt sozusagen dahin. Diese Kraftlosigkeit dauert so lange, bis der Planet sich 16° von der Sonne entfernt hat. Die Spanne der Verbrennung (auf Englisch Combustion) dauert also 32°. Der 16° applikative bzw. 16° separative Aspekt hat ganz einfache astronomische Gründe: Sobald sich ein Planet der Sonne annähert, wird er „unsichtbar“, er verschwindet im gleißenden Sonnenlicht und wird von der Sonne überstrahlt. Natürlich verschwindet der Planet nicht wirklich, aber sein Licht hat gegen die Sonne keine Chance.

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Cazimi wird ein Planet genannt, wenn er gradgenau in nur maximal 16 Sekunden Abstand zur Sonne steht. Dann befindet er sich im Herzen der Sonne. Diese Position wird, im Gegensatz zur einfachen Verbrennung, mit besonderer Stärke assoziiert. Man kann sich das so vorstellen, als ob die Sonne den jeweiligen Planeten unter ihre Fittiche nimmt und ihm den Rücken stärkt. Der Planet selbst hat eine feuersichere Weste und ihm passiert nichts.

Der Mond ist jeden Monat einmal Cazimi, und zwar an Neumond. Seit Alters her, wurde der Neumond mit einem sich liebenden Paar in Verbindung gebracht. Es war ein Moment der Vereinigung, der Zeugung. Aus diesem Moment der Stärke konnte dann Neues erwachsen.

Das Konzept der Verbrennung/Cazimi bereitet vielen Studenten der Astrologie Kopfzerbrechen. Wieso ist die Verbrennung schlecht und Cazimi gut?

Es gibt Momente, in denen sich die Konzepte der klassischen Astrologie ganz unerwartet selbst erklären.

Wenn man nachts im Dunkeln auf einer unbeleuchteten Straße fährt, ist das Sichtfeld auf den Lichtkegel der Scheinwerfer beschränkt (Einflussbereich oder Orb eines Planeten).

Wenn nun ein anderes Fahrzeug aus der gegenüberliegenden Richtung kommt, passiert in der Regel nicht viel. Außer, das Auto hat Fernlicht an. Das Fernlicht kann den ihm entgegenkommenden Fahrer so sehr blenden, dass dieser „nichts mehr sieht“. Das ist insbesondere in Kurven sehr gefährlich.

Das Fernlicht annulliert sozusagen das Licht der eigenen Scheinwerfer und die Fahrbahn wird für einen Moment nicht mehr einsehbar. Je näher die beiden Autos sich kommen, um so mehr verstärkt sich der Effekt. Der Fahrer, der gezwungen ist, ins Fernlicht zu sehen, wird verunsichert. Genau das passiert während der Verbrennung: Der Planet verliert seine „Fahrsicherheit“.

Stellen wir uns nun vor, das Auto steht mit eingeschaltetem Fernlicht still. Das entgegenkommende Fahrzeug ist so lange geblendet, bis es genau auf der Höhe des anderen Autos ist. Wenn es sich sozusagen genau daneben stellt (Konjunktion), gibt es keinen Blendeffekt mehr, im Gegenteil, das Fernlicht des einen Autos erhellt die Straße auch für das Andere. Wenn nun beide Autos nebeneinander ihr Fernlicht einschalten, verstärkt sich der Effekt. Das ist die Situation bei Cazimi.

Ist es nicht überraschend, wie sehr Autofahren hilft, Astrologie zu verstehen…!

Salva

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