franz-von-match-worriorIn der klassischen Astrologie kennt man zwei Übeltäter, Mars und Saturn. Allein der Name „Übeltäter“ bereitet vielen modernen Astrologen Schwierigkeiten. Für sie gibt es keine „guten“ oder „schlechte“ Planeten, sondern nur Lernaufgaben.

In der klassischen Astrologie spricht man zwar ganz eindeutig von Wohltätern und Übeltätern, aber von „Schwarz-Weissmalerei“ kann keine Rede sein, wie wir gleich sehen werden. Gerade in der Stundenastrologie, wo man eindeutige und detaillierte Antworten auf Fragen finden will und Zusammenhänge beschreiben bzw. Szenarien deuten muss, ist es wichtig, genau zu wissen, was von jedem Planeten zu erwarten ist.

Zunächst geht es darum zu verstehen, ob die Antwort auf eine Frage positiv oder negativ sein wird, bevor man in die Details geht. Grundsätzlich deuten Mars und Saturn, wenn sie prominent stehen auf eine negative Antwort hin, daher die Assoziation mit „Übeltätern“.

Hier geht es nicht um psychologisches Wachstumspotenzial, also dem, was ein Künstler aus Farben und Leinwand eventuell machen könnte, sondern eher um genaue Vorgaben wie „Malen nach Zahlen“.

Im Moment einer Frage steht die Antwort schon fest. Das bedeutet, dass sich die zukünftigen Ereignisse bereits so konkretisiert haben, dass deren Natur erkenntlich wird und entsprechend gedeutet oder vorhergesagt werden kann. Je genauer der Fragende weiss, was er wissen will, um so besser.

Die beiden Übeltäter beschreiben grundsätzlich zwei völlig unterschiedliche Kräfte. Der Erste symbolisiert das „zu viel“ und der Zweite das „zu wenig“.

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Bei der Frage, ob Mars und/oder Saturn eine besonders wichtige Rolle im Fragehoroskop spielen und ob sie eher ihr negatives Potenzial oder ihre positiven Seiten entfalten werden, muss Folgendes beachtet werden:

1) Die Horoskopachsen

Wenn hier Übeltäter stehen, ist mit einem negativen Ausgang der Frage zu rechnen: Etwas wird „limitiert“ oder „endet“ (Saturn) oder wird „bestreikt“, bekämpft“ oder in anderer Weise „angegriffen“ (Mars).

Je nach den Häusern, die von den beiden Übeltätern beherrscht werden, erhalten wir zusätzliche Informationen, um welche Art von „Verlust“ es sich handelt.

Bei einer Frage über Karriere und eine eventuelle Promotion, würde Saturn im 10. Haus (insbesondere am MC) einen Karrieresprung nach oben verneinen. Eher zu erwarten wäre eine Entlassung, Verlust eines Titels oder Versetzung. In jedem Fall eine Frustsituation.

Wenn Mars an solcher Stelle steht, wäre mit Mobbing oder Streit zu rechnen, (unausgetragenen) Konflikten oder irgendeiner Art von Problemsituation.

 

 2) Natur der Planeten

Um zu wissen, ob eher die negative Facette des Planeten zum Ausdruck kommen wird, oder die Positive, also wie sich ein Übeltäter in einem Fragehoroskop auswirkt, müssen wir  seine Stellung analysieren.

Bei einer Frage zur Karriere einer Person, würde Saturn im 10. Haus, im Krebs (Exil) und im Quadrat (harter Aspekt) zum Signifikator der Frage, mit Sicherheit ein negatives Ereignis beschreiben. Anders sieht es aus, wenn er in der Waage steht (Erhöhung) und ein Trigon zum Signifikator macht, hier würde man eher an mehr Verantwortungsübernahme denken.

Bei Mars im Krebs (Fall) im 10. Haus würden wir uns eine Form von (physischer oder psychologischer) Gewalt (z. B. Mobbing) am Arbeitsplatz erwarten, wohingegen Mars im Steinbock (Erhöhung) im Trigon zum AC auf eine Situation der Stärke und Power hindeuten würde.

Beide Planeten können sehr unterschiedliche Dinge beschreiben, die im Kontext zur Frage „entschlüsselt werden müssen:

Saturn könnte, schwierig gestellt, auf einen isolierten Ort hinweisen. Er beschreibt Kälte und Dunkelheit aber auch Enge, Armut oder aber eine unfreundliche Person. Steht der Planet aber gut, würde die Person nicht unbedingt unfreundlich, sondern eher streng oder alt, oder besonders reserviert oder tiefgründig sein.

Mars in seinem Fall würde auf einen jähzornigen oder gewaltsamen Menschen hindeuten, wohingegen er gut aspektiert in seinem eigenen Domizil einen besonders engagierten Menschen beschreiben kann, einen Pionier, Vorreiter oder einfach jemanden, der für ein Ziel kämpft.

Genau umrissene Definitionen sind wichtig, um Stück für Stück ein Puzzle aus allen im Horoskopbild enthaltenen Informationen bilden zu können.

In der Stundenastrologie werden Ereignisse, Objekte und Personen sehr detailreich beschrieben. Hier ist ein kurzer Überblick über mögliche Assoziationen.[1]

tab-2Abhängig von der Natur der Frage und der jeweiligen Planetenstellung, wird aus den symbolischen Beschreibungen von Mars und Saturn also ein farbenprächtiges Bild nachgezeichnet, in dem Saturn, je nach Frage und Stellung einen alten Mann, einen hinterhältigen Dieb, ein Bootsleck, eine Organstörung oder einen Eremiten beschreiben kann. Ähnlich verhält es sich für Mars.

Stundenastrologie ist also keine eine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern vielmehr die Arbeit einer Sherlock Holmes Spürnase, um eine Vielzahl von Symbolen nicht nur zu übersetzen, sondern aus ihnen eine eindeutige Antwort herauszuarbeiten, die dem Fragesteller Hilfe und Orientierung bietet.

Mars und Saturn helfen dabei, ein „Nein“ , worauf auch immer es sich bezieht, zu erklären, Hintergründe offenzulegen und sich auf Dinge vorzubereiten. Kein Wunder, dass eines der „Bilder“ für Saturn das eines strengen, aber gerechten Lehrers ist.

[1] Siehe William Lilly, Christian Astrology, S. 60 und 68

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