artischocke-halbiertViele kennen die Artischocken nur als „Artischockenherzen aus dem Glas (oder auf ihrer Pizza) oder als eigentümliche Delikatesse italienischer Restaurants..

Artischocken gehören zu den Diestelpflanzen und sind im Mittelmeer beheimat, wahrscheinlich stammen sie ursprünglich aber aus dem arabischen Raum. Ihre erste Erwähnung als Delikatesse, findet sich bereits um 79 n. Chr. in Plinius dem Älteren.

Die Pflanze hat große bis zu 80 cm lange und an der Unterseite behaarte relativ ledrige Blätter und bildet in ihrer Mitte hohe Bluetenstängel aus, an denen sich die körbchenförmigen Blütenstände bilden, die zunächst tief grün sind. Die Pflanze braucht viel Platz (1,5 m2), extrem viel Sonne und relativ wenig Wasser. Jede Pflanze bildet ca. 5-8 Blüten aus.

Die ganze Pflanze ist essbar. In Kolumbien z. B. werden die Blüten oft entfernt und nur die Stängel gekauft, aus denen ein Verdauungssaft zubereitet wird. In Italien wird hingegen der Großteil der Stängel entfernt und nur die Blüten und Stängelansätze verwendet. Es gibt sehr viele Sorten von Artischocken, aber in der Regel befinden sich über dem sogenannten „Herz“, der eigentlichen Delikatesse, noch Haare, die entfernt werden müssen, da sie unverdaulich sind. Nur sehr junge Artischocken haben diese in der Regel nicht.

Die Artischocken müssen zum Verzehr geputzt werden: Der obere Teil der harten Blätter wird abgeschnitten, die Ausseren Blätter werden entfernt, der Stiel gesäubert. Danach wird die Artischocke vorsichtig aufgefächert und die Haare mit einem Löffel entfernt.

Artischocken gehören zu den wichtigsten Heilpflanzen. Schon ihr Name macht sie hier interessant:

Artischocke heißt auf spanisch alcarchofa, was wiederum von arabischen al-kharshūf abgeleitet worden ist. Im Altenglischen hieß die Pflanze Hartichoke, was sich aus den Wörtern heart und choke zusammensetzt, was offenbar auf den Volksglauben zurückgeht, das Herz (heart) der Artischocke sei ungenießbar und führe zum Tod durch Ersticken (choke).[1] Heute wissen wir, dass diese Aussage schlicht falsch ist.

Der bekannte englische Arzt und Astrologe Nicolas Culpeper schrieb Folgendes zur Artischocke, die er im 17. Jahrhundert dem Planet Venus zuordnete:

Artischocken werden der Venus zugeordnet und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sie Lust provozieren, was tatsaechlich der Fall ist, da sie leicht blähend sind. Sie unterstützen den unfreiwilligen Samenfluss im Mann, der in der Regel als nächtlicher Samenerguss bezeichnet wird. Und hier schert es mich kein bisschen, wenn ich Galens Quatsch in seiner Abhandlung über die Ernährungseigenschaften zitiere. Er sagt, [Artischocken] haben viel cholerischen Saft (was ich allerdings wenig glaube), der wiederum melancholischer Saft erzeugt, was zu dünnem Blut führt. Wie auch immer, sicher ist, das der Absud von der Wurzel in Wein oder das Grillen der Wurzel und ihre Destillation in Wein in einem Destillierkolben, als Getraenk eingenommen das Urin entgiftet.[2]

Was wir hieraus ersehen können, ist, das Artischocken in der Vergangenheit den Nieren zugeordnet worden sind. Heute wissen wir, das Artischocken eine zuckersenkende Wirkung haben, die im Urin ausgeschieden werden. Dies mag ein Grund dafuer gewesen sein, dass Artischocken ursprünglich mit Venus (Zucker) assoziiert worden sind. Interessant ist auch Galen’s Assoziation mit „cholerischem Saft“, Choleriker sind Menschen mit viel „Feuer“. Feuer reguliert die Aufnahmefunktion im Körper. Feuer wird also allgemein mit gutem Hunger assoziiert (der “Bärenhunger“). Dadurch, das Choleriker viel essen, neigen sie sie auch besonders zu Cholesterinproblemen, besonders im zunehmenden Alter, wenn die Verdauungskraft abnimmt. (Gallsäfte werden, auch wenn Sie in der Leber erzeugt werden, mit dem Feuerzeichen Mars assoziiert).[3]

Heute werden Artischocken der Leber zugeordnet und helfen unter anderem bei der Fettverdauung, senken den Cholesterinspiegel (Triglyceride,  LDL-Cholesterin), sind antiphlogistisch, antioxidativ, appetitanregend, blutzuckersenkend, choleretisch, entzündungshemmend, gallefördernd, krampflösend, leberregenerierend und spasmolytisch.

20160721_101437Wenn man sich die Pflanze genau ansieht, fällt ihre erst grün und dann immer mehr violette Farbe auf. Diese Farbe wird mit dem Planeten Jupiter assoziiert.[4] Die Blüten sind erst grün und färben sich mit zunehmender Reife von unten her Violett. Auch die aufgeschnittene Artischocke ist im Inneren violett gefärbt. Der Artischocken kopf wird vor der Blüte abgeschnitten und verzehrt. Lässt man ihn aber stehen, wird aus der Artischocke eine einmalig schöne Blute mit einer tiefen Violettfärbung, die viele Bienen anzieht.

Aus diesem Grund steht es für mich außer Frage, dass diese Pflanze nicht dem Planeten Venus, sondern Jupiter zuzuordnen ist. Jupiter herrscht über die Leber. In der Leber wird auch Galle produziert, bevor diese dann in der Gallblase gespeichert wird. Galle dient unter anderem zur Fettverdauung, insofern herrscht Jupiter über Leber und die Produktion von Galle. Interessanterweise ist die Leber auch für das Immunsystem verantwortlich und spielt eine entscheidende Rolle als wichtigstes Entgiftungsorgan. Auch Allergienproblematiken werden auf eine eingeschränkte Leberfunktion zurückgeführt. Jupiter regiert traditionell auch über die Lungen und im Ayurveda werden Lungenprobleme u. a. dadurch gelöst, dass die Leber gestärkt wird.

Beim Verzehr von Artischocken genießt man also nicht nur eine Delikatesse, sondern stärkt gleichzeitig auch Leber, Lunge und Immunsystem.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Artischocke

[2] Culpeper, Complete Herbal, p. 146

[3] Lilly, Christian Astrology, S. 246

[4] Lilly, Christian Astrology, S. 63

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